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Forschung

Forschungsprojekte

Authoritarian Gravity Centres

Folgende Publikationen sind aus dem Projekt hervorgegangen:

M. Kneuer und T. Demmelhuber (2020): Authoritarian Gravity Centres: A Cross-Regional Study of Authoritarian Promotion and Diffusion, Routledge: New York

M. Kneuer, T. Demmelhuber, R. Peresson und T. Zumbrägel (2019): “Playing the regional card: why and how authoritarian gravity centres exploit regional organisations.” Third World Quarterly 40, no. 3, 451-470

T. Zumbrägel und E. Vollmann (2018): „Die Erfindung des Wir: Ideelles Identitätsmanagement als Legitimationsstrategie Saudi-Arabiens.Zeitschrift für Politik 65, no. 3, 265-282

M. Kneuer  (2017): „Legitimation beyond Ideology: Authoritarian Regimes and the Construction of Missions.“ Zeitschrift für Vergleichende Politikwissenschaft 11, no. 2, 181-211.

M. Kneuer und T. Demmelhuber (2016): “Gravity Centres of Authoritarian Rule: A Conceptual Approach.” Democratization 23, no. 5, 775-796

Dezentralisierung in der Arabischen Welt: Eine vergleichende Studie zu Marokko, Tunesien, Ägypten und Jordanien

Abstract:

In der Arabischen Welt sind seit den frühen 1990er Jahren auf Regierungsseite verstärkt Dezentralisierungsstrategien zu beobachten, die eine hohe Varianz in Bezug auf Zeitpunkt, Intensität, Erfolg, Reichweite und Folgen aufzeigen. Trotz dieser empirischen Befunde bleibt die internationale Forschung sowohl hinsichtlich der Ursachen als auch der Konsequenzen der Entscheidung für ein Mehr an dezentraler Staatsorganisation weitgehend im Ungefähren.

Unser Forschungsprojekt setzt an diesem Punkt an und thematisiert die Erfahrungen mit Strategien administrativer Dezentralisierung im Kontext einer in der Literatur dargelegten, regionalen Persistenz neopatrimonialer Patronage- und Klientelnetzwerke. Unsere Grundannahme ist dabei, dass Politiken der Dezentralisierung durch klar identifizierbare personelle Netzwerke getragen, angeregt und instrumentalisiert werden. Sie überspannen in einer Verflechtungsbeziehung die zentralstaatliche, regionale und lokale Ebene. Das Entstehen und die Funktion von Dezentralisierungsprozessen sind deshalb mehr als nur Ergebnis einer modifizierten verfassungsrechtlichen Architektur. Ursache des durch Dezentralisierung herbeigeführten politischen Wandels ist eine Neuausrichtung neopatrimonialer Netzwerke, mit welcher eine Territorialisierung von Herrschaft im Zuge zentralstaatlicher Strategien der Aufgabenübertragung erfolgt. Unser Projekt fragt, in welchem Umfang und mit welchen gesellschaftlichen und politischen Folgen solche Dezentralisierungsprozesse Regierbarkeit („governability“) in den vier zu untersuchenden Ländern verändern und damit jenseits des klassischen Motivs der Herrschaftssicherung durch institutionellen Wandel legitimatorische Wirkung entfalten. Indikator und Analysetool der Regierbarkeitsfolgen von Dezentralisierung ist die Steuerung von Budgets und Finanzströmen auf der subnationalen Ebene.

Das Vergleichssample umfasst die Länder Marokko, Tunesien, Ägypten und Jordanien. Diese Fälle wurden gewählt, weil sie im arabischen Raum unterschiedlichste Formen, Funktionen und Folgen von Dezentralisierung vorweisen, bei dennoch sehr ähnlichen Ausgangsbedingungen (Tradition zentralisierter Staatsorganisation, ähnliche Pfade der Staatsbildung und Persistenz neopatrimonialer Netzwerke). Das Projekt liefert einen konzeptionellen und empirischen Beitrag zu den noch weitgehend unerforschten Fragen der Dezentralisierung und ihren Folgen in der Arabischen Welt. Wir streben an, jenseits von Landesspezifika der vier untersuchten Fälle Erklärungszusammenhänge mittlerer theoretischer Reichweite zu identifizieren, die uns erlauben, die innere Logik von Dezentralisierungspolitik im Arabischen Raum im Kontext der vergleichenden Staatsorganisationsforschung erstmals zu verorten.

Gefördert von: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Zeitraum: 2017 – 2021 (Projektbeginn 1. August 2017)
Fördersumme:  € 450.000
Projektteam: Prof. Dr. Thomas DemmelhuberProf. Dr. Roland SturmMiriam Bohn, M.A.Erik Vollmann, M.A.

Diskurse und Praktiken digitaler Souveränität

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The Global Sentimentality Project

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