Über die Geschichte des Lehrstuhls

Die Professur für Politik und Zeitgeschichte des Nahen und Mittleren Ostens wurde 1984 aus Mitteln der Volkswagen Stiftung eingerichtet und erstmalig mit Prof. Dr. Alexander Schölch  (1943-1986) besetzt. In den nur zwei Jahren seiner Tätigkeit konnte der auch über Deutschland hinaus respektierte Wissenschaftler Erlangen als Ort nahöstlicher Politikforschung innerhalb der akademischen Landschaft bekannt machen. Als sein Nachfolger folgte ihm 1988 Prof. Thomas Philipp, Ph.D. (1941-2015), der in den 20 Jahren seines Wirkens an der FAU Erlangen-Nürnberg die Professur und das Profil der Erlanger Nahostforschung in ihrer interdisziplinären Ausrichtung nachhaltig prägte. In bleibender Erinnerung bleiben Thomas Philipps zeitgeschichtlicher Zugang zu politikwissenschaftlichen Fragestellungen, sein Humor und seine Nüchternheit in der Erklärung von Irrationalitäten der nahöstlichen Geschichte mitsamt ihren Protagonisten. Belesen weit über die Grenzen seiner Forschungsfelder hinaus, intim vertraut mit nahöstlicher Belletristik und Poesie, sowie fließend in sechs Sprachen übertrug sich seine Begeisterung für die Region auf sein Umfeld und seine Studierenden.

Nach der Emeritierung von Prof. Philipp wurde zum 1. Februar 2009 die Professur mit Prof. Dr. Christoph Schumann (1969-2013) besetzt, der als Assistenzprofessor für Islamwissenschaft an der Universität Bern dem Ruf an die FAU folgte. Als Politikwissenschaftler, Islamwissenschaftler und Historiker prägte Schumann in seiner nur viereinhalb Jahre dauernden Schaffenszeit nachhaltig die Erlanger Nahostforschung in Forschung und Lehre. Schumann stand für eine theoretische und ideengeschichtliche Verortung gegenwartsbezogener Fragen, für eine Einfügung in interdisziplinäre Forschungskontexte und für die erfolgreichen Anfangsjahre des MA-Studiengangs „Nahoststudien“. Bei Studierenden und KollegInnen gleichermaßen beliebt und geschätzt hinterließ Christoph Schumann eine menschliche und wissenschaftliche Lücke, die nicht zu schließen sein wird.

Nach einer einjährigen Vertretung der Professur (2014-2015) durch Prof. Dr. Omar Kamil wurde zum 1. Oktober 2015 die Professur schließlich in den Lehrstuhl für Politik und Gesellschaft des Nahen Ostens umgewandelt und mit Prof. Dr. Thomas Demmelhuber besetzt.