Über die Forschung am Lehrstuhl

Der Lehrstuhl für Politische Wissenschaft II ist dem Fachgebiet Politische Philosophie und Ideengeschichte gewidmet. Die Forschungstätigkeit des Lehrstuhls konzentriert sich auf die Politische Philosophie der Antike (Platon, Aristoteles), den neuzeitlichen Kontraktualismus (Thomas Hobbes), den Deutschen Idealismus (I. Kant, J. G. Fichte, G. W. F. Hegel), den Konservatismus des 19. Jahrhunderts (von Gerlach, von Haller, Stahl) sowie die Politische Philosophie und Theorie der Gegenwart. In diesem Bereich steht die Politische Philosophie deutschsprachiger Emigranten im 20. Jahrhundert im Vordergrund, insbesondere Hannah Arendt, Leo Strauss und Eric Voegelin.

Ideengeschichtlich sind damit die Rezeption und Fortwirkung der Antike in Gegenwartsdiskursen, die Neubegründung politischen Denkens nach dem Holocaust sowie die interkulturelle Konstitution politischen Denkens angesprochen (John Rawls, amerikanischer Pragmatismus). In systematischer Hinsicht konzentriert sich die Forschungstätigkeit auf den interzivilisatorischen Vergleich historisch-kulturell-religiöser Denkformen (vor allem Asien, Europa, Nordamerika), die kulturvergleichende Theorie des Liberalismus und die Biopolitik. Einen eigenen Schwerpunkt bildet die Forschung zu Methoden und Problemen der Demokratietheorie, hinzu kommen Arbeiten zu Fragen der Wissenschaftstheorie und Politischen Methodenlehre.

Die Forschungsarbeit im Bereich der Geistesgeschichte und des Politischen Denkens im 19. und 20. Jahrhundert wird durch die Leitung der Voegelin-Bibliothek und und des Gerlach-Archivs ergänzt, die dem Lehrstuhl zugeordnet sind. Die bayernweite Forschungskoordination im Rahmen des „Bayerischen Zentrums für Politische Theorie“, dessen Vorstandssprecher der Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Kauffmann in den Jahren 2008 – 2011 gewesen ist, setzt Schwerpunkte im Bereich der angewandten Demokratietheorie, der Beziehung zwischen Politik, Religion und Ökonomie, der Biopolitik, der Totalitarismusforschung und der Politikberatung. Die Forschungsarbeit wird ergänzt durch die Koordination der Nachwuchsforschung im „Bayerischen Promotionskolleg Politische Theorie“, der Tätigkeit als Sprecher des Graduiertenkollegs 706 „Kulturhermeneutik im Zeichen von Differenz und Transdifferenz“ (2009 – 2012) und als Antragsteller und Stellvertretender Sprecher des Graduiertenkollegs 1718 „Präsenz und implizites Wissen“.